EURAP

EURAP (European Registry of Antiepileptic Drugs and Pregnancy) ist das internationale Register für Schwangerschaften unter Einnahme von Anfallssuppressiva. Ziel, Informationen zur Sicherheit verschiedener anfallssuppressiver Medikamente (ASM) in der Schwangerschaft zu gewinnen.

Das beinhaltet sowohl die Sammlung von Daten zu Risikofaktoren, Art und Häufigkeit kindlicher Fehlbildungen und Gedeihstörungen als auch zu Schwangerschaftskomplikationen und Anfallssituation der Mutter. Basierend darauf soll eine bessere Beratungsgrundlage für Frauen mit Epilepsie und Kinderwunsch geschaffen werden.

Unterstützen Sie das Register zusammen mit Ihren Patientinnen und tragen Sie Informationen zum Verlauf von Schwangerschaften mit ASM bei.

Inhalt

Warum gibt es EURAP?

EURAP entstand 1999 aus dem Zusammenschluss unabhängiger europäischer Forschergruppen und wurde im Verlauf auch auf aussereuropäische Länder ausgeweitet. Die zum Zeitpunkt der Gründung vorhandenen Daten zu Fehlbildungsrisiken von ASM beruhten auf Studien, die deutliche methodische Mängel, wie z.B  eine unzureichende Stichprobengröße, aufwiesen. Zum Teil zeichnete sich in diesen Studien ein relevantes Fehlbildungsrisiko einiger Substanzen ab, die Ergebnisse waren jedoch widersprüchlich und stellten keine verlässliche Grundlage für ein rationales Vorgehen in der anfallssuppressiven Behandlung von Mädchen und Frauen im reproduktiven Alter dar.

Um diese Lücke zu schließen und aussagekräftige Empfehlungen zur Sicherheit der anfallssuppressiven Behandlung in der Schwangerschaft zu ermöglichen, war es erforderlich Daten einer großen Anzahl von schwangeren Patientinnen zu sammeln, wie es nur durch eine internationale Kooperation erreicht werden konnte.

Mittlerweile wurden über 31.000 Schwangerschaften von mehr als 1500 Ärztinnen und Ärzten aus 47 Ländern in EURAP eingeschlossen. Über 18.600 Schwangerschaften konnten prospektiv und vollständig erhoben werden und wurden im aktuellen internationalen Interim Report ausgewertet. Der deutsche Teil des EURAP-Registers wird unter dem Namen GRAPE (German Registry of Antiepileptic Drugs and Prgenancy with Epilepsy) geführt. Hier  wurden mit Stand November 2025 über 5.000 schwangere Patientinnen mit ASM von mehr als 380 Praxen, Ambulanzen und Kliniken an das EURAP-Register gemeldet. Die Datenerhebung von mehr als 2.300 dieser Schwangerschaften ist abgeschlossen und wurde in den aktuellen deutschen Interim Report einbezogen.

Die Ergebnisse aus EURAP und anderen vergleichbaren Registern haben die Informationslage zur Sicherheit von ASM in der Schwangerschaft inzwischen erheblich verbessert und konnten so dazu beitragen, dass die Fehlbildungsrate von Kindern mit intrauteriner ASM-Exposition seit Beginn von EURAP erheblich gesunken ist. Nichts desto trotz hat EURAP nicht an Aktualität und Bedeutung verloren: Seit dem Start des Registers wurden in Deutschland über 15 neue ASM zugelassen, deren Sicherheitsprofil in der Schwangerschaft bei Zulassung im Wesentlichen unbekannt ist. Die Risiken dieser und auch zukünftiger Neuzulassungen gilt es schnellstmöglich zu erkennen. Zudem macht die zunehmende Teilnehmerinnenzahl eine größere Detailtiefe der Auswertungen gut bekannter ASM mit höherer Individualisierbarkeit der Beratung möglich.

Wie funktioniert EURAP?

Alle interessierten Ärztinnen und Ärzte, die Frauen betreuen, die in der Schwangerschaft ASM einnehmen, sind herzlich eingeladen, sich aktiv an EURAP zu beteiligen.

EURAP ist eine reine Beobachtungsstudie und nimmt keinen Einfluss auf die von den behandelnden Ärztinnen und Ärzten verordnete Therapie. Die Daten werden pseudonymisiert in Form von fünf Fragebogeninterviews.an drei definierten Zeiträumen in der Schwangerschaft, kurz nach der Geburt sowie ein Jahr nach der Geburt des Kindes erhoben.. Die für das Register benötigten Informationen gehen nicht über das hinaus, was routinemäßig während einer Schwangerschaft unter ASM erfasst wird, die geburtsmedizinischen Parameter lassen sich aus dem Mutterpass entnehmen.  Es sind keine zusätzlichen Untersuchungen oder Vorstellungstermine notwendig.

Fortlaufend werden Netzwerke kooperierender Ärztinnen und Ärzte aufgebaut. Jede Region/ jedes Land hat einen eigenen regionalen Koordinator und ein eigenes Register. Die teilnehmenden Ärzte können die Anmeldungen und Fallberichte ihrer Patientinnen an die regionalen Koordinatoren senden, welche die Daten digitalisiert an das EURAP-Zentralregister in Mailand (Italien) weiterleiten.

Studienmaterial

Hier finden Sie detailliertere Informationen zum Studienablauf für an der Teilnahme interessierte Patientinnen.


Patienteninformation – als PDF herunterladen

 

Die Einwilligungserklärungen zur Teilnahem und Datenverarbeitung finden Sie hier:

Patienten Einwilligungserklärung – als PDF herunterladen

Patienten Einwilligungserklärung Anhang – als PDF herunterladen

Datenschutzinformationsblatt - Als PDF herunterladen

 

EURAP-Erhebungsbögen

Hier finden Sie die EURAP-Erhebungsbögen als PDF-Dateien:

EURAP-Bogen A (bis Ende der 16. Schwangerschaftswoche (prospektiv); nach der 16. Schwangerschaftswoche (retrospektiv)

EURAP-Bogen B (nach Abschluss des 1. Trimenons (ab 14. Schwangerschaftswoche)

EURAP-Bogen C (nach Abschluss des 2. Trimenons (ab 26. Schwangerschaftswoche)

EURAP-Bogen D (in den 3 Monaten nach der Geburt)

EURAP-Bogen E (nach Beendigung des ersten Lebensjahres)

EURAP – Projektberichte und Publikationen

Aktuelle Projektberichte:

Interim Report National November 2025 – als PDF herunterladen

Interim Report International November 2025 – als PDF herunterladen

Wissenschaftliche Publikationen aus dem EURAP-Register finden Sie hier.

Zusätzliche Informationen

Broschüre: Epilepsie und Kinderwunsch Ausgabe 2025 

hrsg. von Bettina Schmitz

Frauen mit Epilepsie, die schwanger werden möchten, finden in der neuen EURAP-Broschüre Informationen zu folgenden Themen, u.a.:

Vorsorgemassnahmen und Therapieoptimierung vor der Schwangerschaft, Prophylaxe und Medikamente, vorgeburtliche Diagnostik, eventuelle Komplikationen, Medikamentenspiegel, Anfallsrisiko, Geburt, Stillen, Wochenbett

Kinderwunsch-Broschüre 2025 (PDF)

 

Als Druckversion zu bestellen bei:
EURAP Deutschland Büro:
Frau Krämer/Frau Neuenfeldt
Klinik für Neurologie mit Stroke Unit und Zentrum für Epilepsie
Vivantes Humboldt Klinikum
Am Nordgraben 2
13509 Berlin
Tel.: 030 - 130 12 22 18
Fax: 030 - 130 12 22 47
E-Mail: eurap@vivantes.de

Seminare

Seminare finden derzeit im Rahmen der DGfE-Jahrestagungen statt:

https://www.epilepsie-tagung.de

Kontakt

EURAP Deutschland

Prof. Dr. Bettina Schmitz
Chefärztin der Klinik für Neurologie mit Stroke Unit und Zentrum für Epilepsie
Vivantes Humboldt Klinikum
Am Nordgraben 2
13509 Berlin
Tel.: 030 - 130 12 22 18
Fax: 030 - 130 12 22 47
E-Mail: eurap@vivantes.de

 

EURAP Österreich

Prof. Dr. Bettina Schmitz
Chefärztin der Klinik für Neurologie mit Stroke Unit und Zentrum für Epilepsie
Vivantes Humboldt Klinikum
Am Nordgraben 2
13509 Berlin
Tel.: 030 - 130 12 22 18
Fax: 030 - 130 12 22 47
E-Mail: eurap@vivantes.de

 

EURAP Schweiz

 

EURAP Deutschland wird finanziell unterstützt durch die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie und UCB Pharma GmbH, Desitin Arzneimittel GmbH Hamburg, Stiftung Michael und Angelini Pharma.

Spenden

Die Prof. Dr. Peter und Jytte Wolf-Stiftung für Epilepsie hat ein Spendenkonto für das EURAP-Projekt eingerichtet. Auch kleine Spenden sind willkommen.

Spendenkonto:
Commerzbank Bielefeld
BIC: COBADEFXXX
IBAN: DE16 4804 0035 0770 7011 00
Verwendungszweck: „Spende EURAP“

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Impressum

EURAP - Das europäische Register für Schwangerschaften unter Anfallssuppressiva

(European Registry of Antiepileptic Drugs and Pregnancy)

EURAP ist ein internationales Forschungsprojekt unabhängiger Wissenschaftlergruppen, das prospektiv Schwangerschaften unter der Anwendung von Anfallssuppressiva erfasst.

 

Central Study Coordinator:

Dr. Dina Battino
Neurological Institute Carlo Besta
Via Celoria 11
20 133 Milano, Italy
Tel.: + 39 (0)2 23 94 2230
Fax: + 39 (0)2 700 42 91 60
Email: dbattino@istituto-besta.it

 

Verantwortlich Eurap Germany:

Prof. Dr. Bettina Schmitz
Vivantes Humboldt Klinikum
Chefärztin der Klinik für Neurologie
Am Nordgraben 2
13509 Berlin
Tel.: 030/130 12 22 18
Fax: 030/130 12 22 47
Email: eurap@vivantes.de

 

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Sponsoring

EURAP Zentrale:

Janssen-Cilag
Novartis
Pfizer
Sanofi-Aventis
UCB Pharma GmbH

EURAP Germany:

Deutsche Gesellschaft für Epileptologie
UCB Pharma GmbH
Desitin Arzneimittel GmbH Hamburg
Stiftung Michael
Angelini Pharma

Wir danken den Sponsoren für die freundliche Unterstützung der EURAP-Studie.