Berlin 7.8.2019

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Vorstellung des Epilepsie-Schulungsprogramms PEPE

Das Schulungsprogramm PEPE wurde für epilepsiekranke Menschen mit zusätzlicher Lern- oder geistiger Behinderung entwickelt. Das Programm unterstützt bei der Bewältigung der Krankheit Epilepsie, soll den eigenverantwortlichen Umgang mit Epilepsie fördern und somit auch das Selbstbewusstsein stärken. Zudem verbessert es die Zusammenarbeit mit Betreuern und Behandlern der verschiedenen Berufsgruppen. PEPE wurde methodisch-didaktisch mit starker Vereinfachung, Visualisierung und Wiederholungstechniken konzipiert, um das eingeschränkte Aufnahmevermögen der Zielgruppe zu berücksichtigen.

Die Kursteilnehmer sollten sich verbal verständigen können, eine zweistündige Lerneinheit durchhalten können und nach Möglichkeit etwas lesen und schreiben können. Das Programm ist in acht Kurseinheiten zu je zwei Stunden gesplittet. Die Inhalte befassen sich mit Vorurteilen zu Epilepsie, Ursachen von Epilepsie, Anfallsarten, Anfallsauslöser, Lernbehinderung und weitere Behinderungen, medikamentöse Behandlung, Epilepsie in Arbeit und Freizeit, Partnerschaft und Sexualität sowie Hilfemöglichkeiten.

Ärzte, Psychologen und Pädagogen des Epilepsiezentrums Bethel erarbeiteten in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Bielefeld das Konzept.


PEPE wurde seit dem Jahr 2000 in 150 Kursen angeboten. In den Jahren 2003 bis 2005 wurde zusammen mit der britischen National Society for Epilepsy eine englische Version erarbeitet. 2016 wurde das Programm aktualisiert.

2017 erhielt Dr. Huber, unter dessen fachlicher Leitung das Programm entwickelt wurde, den Sibylle-Ried-Preis.


Der Kurs wird mit zwei Kursleiter*innen durchgeführt. Das Kursleiter-Seminar kann in Bielefeld bei der Stiftung Nazareth, Projekt PEPE, nachgefragt werden: www.pepe-bethel.de .
Ein tolles Programm für eine oft vernachlässigte Gruppe von Patienten, welches nur mit viel persönlichem Engagement umgesetzt wurde und von den Kursleiter*innen weiter getragen wird.